Eurofighter Demo Team
21.08.2023
Am ZigAirMeet 2023 war auch das Eurofighter Demo Team der deutschen Luftwaffe vertreten. Display-Pilot "Noble" demonstrierte in zwei eindrucksvollen Vorführungen die Leistungsfähigkeit des Eurofighters und begeisterte das Publikum mit einem dynamischen Display. Am Montag nach der Veranstaltung bot sich die seltene Gelegenheit, "Noble" und seinen Wingman "Rowdy" ein Stück ihres Weges zu begleiten.
Die Bavarian Tigers
Die Vorführung des Eurofighters wird seit 2022 vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 (TaktLwG 74) aus Neuburg an der Donau gestellt. Das Geschwader ist auch unter dem Namen "Bavarian Tigers" bekannt. 2006 war das TaktLwG 74 das erste Geschwader der deutschen Luftwaffe, das mit dem Eurofighter ausgerüstet wurde. Heute stellt es unter anderem die Quick Reaction Alert (QRA) für den süddeutschen Luftraum. Eine Aufgabe, die das Geschwader bereits seit mehr als sechs Jahrzehnten wahrnimmt, nachdem die Einheit im Oktober 1962 der NATO unterstellt wurde. Gegründet wurde das Geschwader bereits am 1. Mai 1961.
In seiner langen Geschichte flog das TaktLwG 74 unter anderem den legendären F-104G Starfighter und später die robuste F-4F Phantom II, bevor der Eurofighter die Phantom ablöste. Einen weiteren wichtigen Meilenstein markierte das Jahr 2013. Nach der Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 (JaboG 32) in Lechfeld übernahm das TaktLwG 74 dessen Tiger-Spirit und Traditionen. 2016 wurde das Geschwader schliesslich als Mitglied in die NATO Tiger Association aufgenommen. Damit waren die "Bavarian Tigers" geboren.
Schritt für Schritt zum Display
Neben seiner eigentlichen Aufgabe als Eurofighter-Einsatzpilot fliegt "Noble" seit 2022 das Display des Eurofighter Demo Teams der deutschen Luftwaffe im Nebenamt. Ähnlich wie die Vorführpiloten der Schweizer Luftwaffe. Zwar wird der Eurofighter bereits seit einigen Jahren wieder vermehrt auf Flugveranstaltungen präsentiert, doch erst 2022 etablierte sich das Vorführteam offiziell unter der Bezeichnung Eurofighter Demo Team. Mit dem Auftritt in Mollis absolvierte das Team sogleich einen seiner ersten Einsätze im Ausland unter der neuen Bezeichnung.
Bevor ein Pilot das Eurofighter-Display vor Publikum fliegen darf, steht eine intensive Ausbildung auf dem Programm. Diese beginnt mit dem sogenannten Step-Down-Training im Simulator. Dabei wird die zulässige Mindestflughöhe schrittweise von 4'000 auf 500 Fuss reduziert. Gleichzeitig trainieren die Piloten verschiedenste Notfallszenarien sowie Verfahren für Einsätze bei ungünstigen Wetterbedingungen. Nach dem Training im Simulator geht es schliesslich ins echte Flugzeug. Auch dort wird das Display schrittweise eingeübt, bis die vorgesehenen Figuren in der endgültigen Display-Höhe von 500 Fuss sicher geflogen werden können.
Mit seiner rund zehnminütigen Vorführung demonstrierte "Noble" in Mollis eindrucksvoll das gesamte Leistungsspektrum des Eurofighters. Enge Kurven, Loopings und senkrechte Steigflüge gehören ebenso zum Programm wie Manöver mit Belastungen von bis zu 9 G, die sowohl dem Piloten als auch dem Flugzeug Höchstleistungen abverlangen. Auf jeden Fall musste sich die Vorführung des Eurofighters weder hinter dem französischen Rafale noch hinter der belgischen F-16 verstecken.


































